Neue Kindertagesstätte in Stulln eingeweiht

Die Gemeinde Stulln hat ihre neue Kindertagesstätte nun auch offiziell eingeweiht. Der Betrieb läuft zwar schon seit März, doch jetzt liegen die endgültige Betriebsgenehmigung und der kirchliche Segen vor. Auch die Außenanlagen sind inzwischen fertig.
Bürgermeister Hans Prechtl blickte in seiner Ansprache beim Festakt am 21.09.2025 auf die Entwicklung der Kinderbetreuung in Stulln zurück. Bislang betrieb die Gemeinde einen Kindergarten und eine Krippe in einem kirchlichen Gebäude. Als dort weitere Sanierungen nötig wurden, die Gemeinde das Gebäude nicht erwerben konnte und die Betriebsgenehmigung für die Krippe auslief, fiel im August 2020 der Entschluss im Gemeinderat zum Neubau.
Laut Prechtl herrschte im Gemeinderat eine „Jetzt-oder-nie“-Stimmung. Er nannte elf Gründe für den Neubau. Dennoch waren zwei weitere Beschlüsse notwendig, bis das Projekt starten konnte. Die Planungen änderten sich, als Schwarzach einen eigenen Kindergarten plante und damit die Stullner Kapazitäten neu berechnet werden mussten. 2023 wurde ein drittes Mal abgestimmt, weil sich die Finanzierung geändert hatte: Der erwartete Bundeszuschuss fiel weg, der Eigenanteil der Gemeinde stieg. Am 31. Mai 2023 folgte dann der Spatenstich.
Prechtl zeigte sich stolz, dass die Kosten weitgehend im Rahmen geblieben sind. 2022 lag die Berechnung bei knapp 4,3 Millionen Euro, durch die Preissteigerungen in Folge des Ukrainekriegs stieg sie auf 4,6 Millionen. Nach aktuellem Stand liegen die Kosten bei 4,45 Millionen Euro – nur 3,6 Prozent über der ursprünglichen Kalkulation. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 3,12 Millionen Euro.
Bei einer kleinen ökumenischen Feier segneten Pfarrerin Heidi Gentzwein und Pfarrer Maximilian Moosbauer die Einrichtung. Auf Wunsch von Prechtl wurde auch das bunte Glaskreuz gesegnet, das er für das Haus ausgewählt hatte.
Das Gebäude bietet nun Platz für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen mit insgesamt 74 Kindern. 15 Fachkräfte betreuen sie. Geleitet wird die Einrichtung von Sonja Reitinger. Sie und ihr Team freuen sich, nun in modernen Räumen arbeiten zu können.
Stellvertretender Landrat Richard Tischler gratulierte der Gemeinde zu dieser Investition – „nicht ohne etwas Neid“, wie er anmerkte. Als Bürgermeister von Pfreimd wünschte er sich, dort wäre man beim Thema Kinderbetreuung schon genauso weit. Tischler übergab ein Geschenk für die Kinder. Auch MdL Martin Scharf betonte die Bedeutung solcher Investitionen in die Zukunft. Architekt Roland Weigl erinnerte daran, dass 38 Firmen am Bau beteiligt waren. Schwarzachs Bürgermeister Michael Wilfahrt würdigte die langjährige Zusammenarbeit beider Gemeinden und brachte ebenfalls ein Geschenk mit. Gabi Wittleben, Zweite Bürgermeisterin von Schwarzenfeld, überreichte Brot und Salz.
Am Nachmittag konnten die Stullnerinnen und Stullner die neuen Räume bei einem Tag der offenen Tür ausführlich besichtigen und kennenlernen. Bei bestem Spätsommerwetter entwickelte sich daraus unter tatkräftigem Einsatz des Elternbeirats, der sich um Gegrilltes, Getränke, Kaffee und Kuchen kümmerte, ein kleines Dorffest zwischen neuem Kindergarten und Mehrzweckhalle.

